Postkarte Heiligenhaus um 1900 -rechts die Riegelfabrik Strenger – heute der „Aule Schmet“

1842 gründete Heinrich Strenger eine Riegelfabrik. Die „alte Schmiede“ der Firma Strenger (an der heutigen Hauptstraße 107/109) ist ein weitgehend verschiefertes Fachwerkgebäude (auch „Hangstein“ oder „alter Handstein“ genannt). 1981 wurde das Gebäude in die Denkmalschutzliste aufgenommen. 1988 eröffnete Heinz-Peter Rauxloh und Tochter Kerstin die Kneipe „Aule Schmet“. 2002 übernahm Kerstin Rauxloh die Gastwirtschaft allein und bewirtschaftete sie dann ab 2007 gemeinsam mit ihrem Mann Manfred Passenheim.

Die Geschichte der Aulen Schmet begann im Jahr 1873. Bereits 1843 hatte der Schlossmacher Heinrich Strenger an der „Struckmühle“ den Grundstein des Familienunternehmens gelegt. Hier lebte er mit seiner Familie und stellte in der sich im Hause befindlichen Schmiede Riegel und Vorhangschlösser her. In den 1860er Jahren erfolgte die Verlagerung der Firma zum „alten Handstein“. In dem einstöckigen Gebäude mit sich anschließender Schmiede waren zunächst sechs Personen tätig. Der Bedarf an Schlössern und Riegeln wuchs, der Raum der „Schmet“ reichte bald nicht mehr aus. Ohne dass die Produktion unterbrochen wurde, baute man in Samstags- und Sonntagssarbeit um den alten Schmiederaum eine neue Fabrik. Das zweistöckige Gebäude steht heute noch und beherbergt die Gaststätte „Aule Schmet“. Auf dem Dach des Gebäudes sieht man die Wetterfahne, die einen Schmied mit Hammer und Amboss, das Monogramm des Firmengründers sowie das Baujahr 1873 zeigt.

Nachdem die Firma Strenger 1890 in unmittelbarer Nähe der Schmiede neue Betriebsräume errichtete, war im alten Gebäude lange Zeit eine Schreinerei untergebracht. Gustav Bangert und später sein Sohn Rudolf waren hier tätig. In den Folgejahren hatten sowohl die Schreinerei Weiß, als auch die Elektrofirma Matthes & Baader hier ihr Domizil. Danach diente das Gebäude zeitweise als Lager.

Im Jahr 1982 eröffnete dann Heinz-Peter Rauxloh, genannt „Bums“, im Gebäude ein Kaminstudio. Mit Tochter Kerstin verwirklichte er 1988 seinen Wunschtraum, eine eigene Kneipe: die „Aule Schmet“. Am 1.11.2002 übernahm Kerstin Passenheim das alleinige „Regiment“. Seit dem 1.1.2007 „teilt“ sie sich die Wirtstätigkeit mit ihrem Ehemann Manni.

Beide freuen sich, alte und neue Gäste in ihrer gemütlichen Gaststätte, in der noch vieles an die alte Schmiede erinnert, bewirten zu können.

Quelle: Manfred Passenheim

Aule-Schmet – Aquarell – Künstler unbekannt