am Kalkofen das Backhaus – Vogelsangbachtal

Der Herberger Hof hatte seit alters her seinen eigenen Backes (Backhaus) und einen Kalkofen. Im Backhaus, heute als Wohnung ausgebaut, wurde das Brot für den eigenen Bedarf gebacken.

Das Recht selbst Kalk zu brennen besaß der Hof seit 17691. Unter dem Straßenschild steht: Der zum Herberger Hof gehörende Kalkofen wird erstmals 1574 erwähnt, hergeleitet aus dem Recht, Kalk zu brennen.

Reste des Kalkofens, in dem der Kalkstein gebrannt wurde, konnte man bis vor einigen Jahren links neben dem Fachwerkhaus sehen. Der Kalkstein stammte aus einem Steinbruch, den man auf dem Weg „Kalkofen“ ca. 100 m vom Ofen in Richtung Gut Rossdelle, rechter Hand, heute noch erkennt. Der Kalkofen diente nicht der gewerblichen Herstellung von Kalk, sondern ausschließlich dem Eigenbedarf des Hofes, also vor allem der Kalkdüngung auf den Ackerflächen. Nachdem die industrielle Herstellung von Kalk begann, war das Kalkbrennen in den eigenen Kalköfen nicht mehr rentabel.

Quelle: CHw 11 S.16 Autor Walter Wüster

1 Wesoly, Rheinischer Städteatlas, Heiligenhaus, 199c4, S.12. Ob schon früher dort Kalk gebrannt wurde, worauf die Angaben am Straßenschild am Weg Kalkofen hinweisen könnten, konnte der Autor nicht feststellen.