Hof zum Hof – Abtsküche – Sattelhof Hetterscheidt
Foto: StaH HS 86

Nahe der Abtskücher Straße liegt der Hof zum Hof, der heute von den Stadtwerken genutzt wird. Diese Bezeichnung deutet auf den Haupthof eines Hofverbandes hin, in den gewöhnlich die Abgaben gebracht werden mussten. Die Anlage stammt aus dem 14./15. Jahrhundert. 1458 war der Hof dem Kloster in Werden zehntpflichtig. In der Folgezeit wurde er zu einer Berechnungsstelle für alle zehntpflichtigen Höfe im Vogelsangbachtal – daher der Name „Hof zum Hof“. Der Hof war im 16. Jahrhundert zeitweilig im Besitz der Familie von Eller zu Oefte. Obwohl der Hof danach nur noch an bäuerliche Pächter vergeben wurde, galt er bis zum Ende der Werdener Zeit als Rittergut.

In den Steuerlisten von 1633 und 1739/40 fand der Hof keine Erwähnung, da er direkt dem Abt gehörig und somit steuerfrei war.

Nach der Säkularisation wurde der Hof 1803 Preußische Domäne. Bei der Bevölkerungsaufnahme der Stadt Velbert im Jahr 1816 – damals gehörte die Honnschaft Hetterscheidt noch zur Bürgermeisterei Velbert – lebten auf dem Hof acht Personen.

1822 war die Familie Einloos Besitzer. Die Größe des Hofes variierte durch Zu- und Verkauf von Ländereien.  Kurz nach der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurden zwischen 40 und 50 Morgen Land nebst einiger Kotten am Einser Pütt an den Hof zum Brügel verkauft. Mit der Auflösung des Eicker Hofes (ten Eicken) kamen dafür 82 Morgen Land hinzu. Im Jahr 1914 wurde die Größe des Hofes mit 53 Hektar angegeben. Mit vier Pferden, acht Kühen und neun Schweinen gehörte er zu diesem Zeitpunkt zusammen mit dem Gut Hinüber und dem Hof Hetterscheidt/Abtsküche zu den viehreichsten Höfen in Hetterscheidt.

Das Anwesen wurde 1979 von der Stadt Heiligenhaus erworben und am 8.12.1981 in die Denkmalschutzliste aufgenommen. Nach einer umfassenden Renovierung nutzen seit 1982 die Stadtwerke den Hof zum Hof. In einem Teil dieses Gehöftes ist auch das Feuerwehrmuseum untergebraucht.

(VVH)