Briefkopf von 1916 Arn. Kiekert Söhne Schloß- und Beschlägefabrik

1857 wurde die Firma Arnold Kiekert Söhne (AKS)  in Isenbügel „Am Kämpchen“ gegründet. Hier begann Arnold Kiekert auf einem kleinen Bauernhof Schlösser und vor allem feine Möbelschlösser zu bauen. 1886 verstarb der Gründer Arnold Kiekert und seine vier Söhne führten die Fabrik weiter. 1888 entstand dann in Heiligenhaus am Kirchplatz das zweite Kiekert Werk und schon 1895 wurde mit dem ersten Bauabschnitt an der Kettwiger Straße begonnen. Hier entwickelte sich Kiekert immer weiter und eroberte immer neue Märkte. AKS produzierte Schloss- und Baubeschläge sowie Türen- und Schließsysteme für die Eisenbahn, was immer mehr zum Hauptgeschäft wurde. In der Zeit von 1933 bis 1945 wurden viele Firmen nach und nach verpflichtet, Militärtechnik zu entwickeln und zu produzieren. Dies betraf auch AKS.

Die Produktionsflächen wurden nach dem Krieg erweitert und 1957 wurde ein neues Verwaltungsgebäude gebaut (seit 2017 Thormählen Bildungshaus). Bis 1971 war AKS noch im Familienbesitz. Die WAZ und die Familie Otto (Ottoversand) übernahmen 1971 die Firma. 1974 wurde AKS mit der Erfindung der manuellen Zentralverriegelung für Pkw weltweit bekannt.

1982 wurde Dr. Horst Werner Sterzenbach Geschäftsführer und übernahm dann AKS 1987 mit der „Dr. Sterzenbach & Rau Vermögensverwaltungsgesellschaft“. Teile der unterschiedlichen Sparten (z.B. Kiekert Automatiktüren) wurden 1990 verkauft. Kiekert spezialisierte sich auf den Bereich Automotive. Die verschiedenen Unternehmensteile

wurden unter Dr. Sterzenbach 1994 zur Kiekert AG und ging 1995 an die Börse. Bis 1999 leitete er als Vorstand das Unternehmen und übergab die Führung dann an Dr.-Ing. Wolfgang Theis. Im Jahr 2000 startete die Firma mit einer Innovation ins neue Jahrtausend, dem elektrischen Komfortantrieb für Seitenschiebetüren. 2006 wurde Kiekert von den beiden Londoner Hedge-Fonds Bluebay Asset Management und Silver Point sowie der US-Investmentbank Morgan Stanley übernommen.

2007 erfolgte der Umzug des Hauptsitzes von Kiekert an den Höseler Platz, in das ehemalige Betriebsgebäude der AEG.

Der börsennotierte chinesische Autozulieferer HeBei LingYun Industrial Group Corporation Ltd. übernahm 2012 die Aktienmehrheit an der Kiekert AG und unterstützt seitdem die Globalisierungsstrategie.

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Kiekert 1857-1888 Stammhaus Am Kämpchen Isenbügel
Zeichnung 1957 nach einem Gemälde aus Festschrift 100 Jahre Kiekert
Kiekert – Zweiter Fabrikbetrieb Heiligenhaus am Kirchplatz
Zeichnung: Festschrift 100 Jahre Kiekert
Kiekert – Erster Bauabschnitt 1895 Werk Kettwiger Strasse
Foto:  Festschrift 100 Jahre Kiekert
Blicke auf Kiekert AKS
im Vordergrund Rathaus Stadtmitte vor 1950
Foto: StaH 699
ca. 1993 Kiekert AKS Hauptverwaltung von 1957 bis 2007 –  heute – Thormählen Bildungshaus
Foto: von Grafen StaH 3069
Heutiger Standort der Kiekert AG Hauptverwaltung – Höseler Platz
Foto: Kiekert AG